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Der Islam, 5 Bde.. Bd.2 Der Glaube. Die geoffenbarte Wahrheit.

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Einleitung Das islamische Glaubensbekenntnis ist zweigliedrig: »Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott, und daß Mohammed sein Diener und Gesandter ist.« Diese Zweigliedrigkeit hat alle weiter ausgefalteten Bekenntnisse geprägt und auch der islamischen Dogmatik ihre Einteilung...

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Verlag: Hess, Weiler Verlag

Einleitung

Das islamische Glaubensbekenntnis ist zweigliedrig: »Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott, und daß Mohammed sein Diener und Gesandter ist.«
Diese Zweigliedrigkeit hat alle weiter ausgefalteten Bekenntnisse geprägt und auch der islamischen Dogmatik ihre Einteilung gegeben.
So behandelt der erste Teil der islamischen Glaubenslehre die Gottesfrage. Um Gottes Existenz zu erkennen, braucht es aber weder aus muslimischer noch aus christlicher Sicht eine Offenbarung. Dafür genügt die menschliche Vernunft. Man kann daher den ersten Teil der muslimischen Dogmatik mit Recht spekulativ nennen. Der zweite Teil handelt dann von der geoffenbarten Wahrheit, beginnend mit den Propheten und ihrer Sendung.
Im vorliegenden Buch geht es also um den zweiten Teil der islamischen Dogmatik: um die geoffenbarte Wahrheit . Die Gesamtheit der geoffenbarten Wahrheit wird »Samiyat« genannt , deren allgemeiner Teil die Prophetie an sich und deren spezieller Teil die einzelnen Propheten, vor allem Mohammed selbst behandelt. Danach folgen die anderen geoffenbarten Wahrheiten.
»Dogmatik« ist zwar ein christlicher Begriff, der aber in etwa das bezeichnet, was der Muslim als wissenschaftliche Darstellung seiner Glaubenslehre versteht. Er verwendet dafür aber andere, arabische Begriffe wie »Kalam, Usul ad-din oder Tawhid«. Der erste Begriff bedeutet »Wort« und meint die wissenschaftliche Darlegung der Glaubenslehre. »Usul ad-din« heißt »Grundlagen der Religion« und »Tawhid« ist die »Füreinserklärung«, das Bekennntis zur absoluten Einzigkeit und Einheit Gottes.
Das Rüstzeug der Gelehrten für die Darlegung der Glaubenslehre ist hauptsächlich die aristotelische Philosophie. Philosophie und Theologie sind darin eine Einheit, ähnlich wie dies auch in der christlichen, scholastistischen Philosophie des Hochmittelalters der Fall war.
Al-Idschi (gest. 1355 n. Chr.) geht im Anhang seiner Dogmatik auch auf die dogmatischen Streitigkeiten innerhalb des Islam ein, andere wie z.B. Dschaziri  kommen in der Einleitung darauf zu sprechen.
Obwohl die islamischen Dogmatiker weit stärker als ihre christlichen Kollegen die aristotelische Philosopie berücksichtigen und verarbeiten, hat es im Islam große Streitigkeiten zwischen Theologen und Philosophen gegeben, zumal eine liberale Philosophie die Grundlagen der Religion zu zerstören drohte. Auch der christlichen Theologie ist besonders von der Neuzeit bis heute eine solche Auseinandersetzung nicht erspart geblieben und hat oftmals viele Glaubenswahrheiten in Frage gestellt. Bereits einer der ganz großen islamischen Theologen, der Mystiker al-Ghazzali (gest. 1111 n. Chr.) hat in seinem Werk: »Tahafut al-falasifa« (Zusammenbruch des philosophischen Lehrgebäudes) die Sinnlosigkeit einer Philosophie angeprangert, die in Atheismus und Materialismus mündet.

 

 

Autorenporträt
Prof. Dr. Karl Jaros lehrt am Institut für Orientalistik der Universität Wien.

 




ISBN: 387336221; Format: 19 cm; Qualität: Kartoniert; Seitenzahl: 165; Erscheinungsjahr: 1997

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