Verlag: Spohr Verlag
ISBN-10: 3-9276-0631-6
Seiten: 112
Erscheinungsjahr: 2002
Größe: 15 cm x 24 cm
Gewicht: 200 g
Einband: Kartoniert
Pünktlich zu Beginn des neuen Jahres ist die bereits vielfach nachgefragte Publikation unserer Schulbuch-Tagung vom April 2001 ( 03.- 05. 2001) im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn unter Mitwirkung von Prof. Dr. Udo Steinbach und vielen anderen prominenten Wissenschaftler/innen aus dem In- und Ausland erschienen.
Die Publikation �Islam im Schulbuch� richtet sich sowohl an ein ausgewiesenes Fachpublikum, wie Lehrer, Lektoren, Erziehungswissenschaftler und Pädagogen, ist aber aufgrund ihrer breiten Themenstreuung auch für den interessierten Laien mit Sicherheit von Interesse.
Islam im Schulbuch
Dokumentation zur Fachtagung: "Das Bild des Islam in deutschen Schulbüchern"
Veranstaltet vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschlan 3. bis 5. April 2001 in Bonn
Missverständnisse und Klischees verhindern nach Ansicht des Islamrats die angemessene Vermittlung des Islam in deutschen Schulbüchern. Das ist das Fazit einer Fachtagung, die der größte Dachverband in Deutschland lebender Muslime im vergangenen Jahr abgehalten hat und deren Ergebnisse jetzt als Buch veröffentlicht
wurden.
Manche Schulbuchautoren verbreiteten Ansichten über den Islam, die "bei Karl May entnommen sein könnten", schreibt der Germanist Osama Amin. Als einen Beleg führt er eine grotesk verunglückte Darstellung der Pilgerfahrt nach Mekka an, in der "grüne Turbane" und ein "Festessen" eine prominente Rolle spielen. Das habe mit der
Wirklichkeit und der spirituellen Bedeutung des Pilgerns nichts zu tun. Der Sozialwissenschaftler Wolf Ahmed Aries,
wissenschaftlicher Beirat des Islamrats, klagt in seinem Beitrag über hartnäckige Vorurteile, gegen die man kaum vorgehen könne. In der Zusammenfassung kommt die Pädagogin Yasemin Karakasoglu zu
dem Ergebnis, der Islam in Europa werde in den Schulbüchern noch immer als Fremdkörper und Gegensatz zur jüdisch-christlichen Tradition aufgefasst: "Die Betonung der Notwendigkeit, die Muslime als Fremde zu akzeptieren, grenzt sie erst recht aus."
Die von den AutorInnen angeführten Negativbeispiele aus Geschichts- und Religionsbüchern reichen von falschen Koranzitaten über taktlose bildliche Darstellungen des Propheten Mohammed, die gegen das islamische Bildnisverbot verstoßen, bis zu deutlich antiislamischen Passagen.
Schade nur, dass einige der AutorInnen des Tagungsberichts ihre Glaubwürdigkeit durch ihr sonstiges Engagemant relativieren. Der Germanist Osama Amin etwa lehrt an der von der saudischen Regierung unterstützten König-Fahd-Akademie in Bonn, die ganz sicher nicht als Geburtsstätte der islamischen Aufklärung gelten
kann. Ebenfalls unglücklich ist es deshalb, dass Wolf Ahmed Aries in seinem Beitrag ausgerechnet Broschüren der fundamentalistischen saudischen Regierung zum islamisch motivierten Umweltschutz anpreist. Zumal an anderer Stelle des Tagungsberichts gefordert wird, die Abhängigkeit deutsch-islamischer Organisationen von islamischen Staaten zu beenden.
Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen des Islamrats bleiben trotzdem wichtig und aufschlussreich, auch wenn die untersuchten Schulbücher leider nicht aufgeführt werden. Ob die auf der Tagung anwesenden Verlagsvertreter sie aufnehmen, wird sich zeigen.
ISBN: 3927606316; Format: ; Qualität: Kartoniert; Seitenzahl: 112; Erscheinungsjahr: 2002