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BUCH DER EHE. Kitâb âdâbi n-nikâh

This book is written in Deutsch

Das 12. Buch der Ihyâ 'ulûm ad-dîn
Übersetzt und kommentiert von Hans Bauer
 

Die Ehe im Islam.

1. Kapitel. Was für und wider das Heiraten spricht.

2. Kapitel. Über den Ehekontrakt und die von seiten der Frau erforderlichen Eigenschaften.

3. Kapitel. Regeln für das eheliche zusammenleben, über Vorkommnisse im Verlaufe der Ehe und die Pflichten von Mann und Frau.

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Publisher: Spohr Verlag
ISBN-10: 3-9276-0648-0
Pages: 174
Publication Date: 2005
Dimensions: 15 cm x 22 cm
Weight: 250 g
Book Type: Paperback

Inhalt

Vorwort des Herausgebers.

Vorwort des Übersetzers.

Einleitung.

Erstes Kapitel. Was für und wider das Heiraten spricht.

I. Gründe für das Heiraten.

1. Schriftstellen.

2. Traditionen vom Propheten (akhbar).

3. Andere Überlieferungen (äthar).

II. Gründe gegen das Heiraten.

III. Die Vorteile des Heiratens.

1. Erzielung von Nachkommenschaft.

2. Dämpfung der Sinnlichkeit.

3. Ausspannung und Erholung.

4. Besorgung des Haushaltes durch die Frau.

5. Die mit der Sorge für andere verbundene Selbstüberwindung.

IV. Die Nachteile des Heiratens.

1. Die Schwierigkeit der rechtmäßigen Beschaffung des Unterhaltes.

2. Schwierigkeit der sonstigen Verpflichtungen.

3. Die Gefahr, von religiösen Dingen abgezogen zu werden.

[V. Endergebnis.]

Zweites Kapitel.

Über den Ehekontrakt und die von seiten der Frau erforderlichen Eigenschaften.

I. Über den Ehekontrakt.

II. Die von Seiten der Frau erforderlichen Eigenschaften.

[A. Freiheit von Ehehindernissen.]

[B. Positive Eigenschaften.]

1. Religiosität.

2. Guter Charakter.

3. Schönheit.

4. Mäßiges Brautgeld.

5. Fruchtbarkeit.

6. Jungfräulichkeit.

7. Gute Herkunft.

8. Keine zu nahe Verwandtschaft.

Korollarium: Erfordernisse von seiten des Mannes.

Drittes Kapitel.

Regeln für das eheliche zusammenleben, über Vorkommnisse im Verlaufe der Ehe und die Pflichten von Mann und Frau.

I. Was der Mann zu beobachten hat.

1. Das Hochzeitsmahl.

2. Gutes Einvernehmen mit der Frau.

3. Zärtlichkeit.

4. Zucht.

5. Eifersucht.

6. Ausgaben für den Haushalt.

7. Unterweisung.

8. Gleichmäßige Behandlung (bei Polygamie).

9. Verhalten bei Widerspenstigkeit.

10. De usu matrimonii.

[Corollarium: De interruptione coitus (al-`azl).]

11. Geburt von Kindern.

12. Ehescheidung.

II. Die Pflichten der Frau gegenüber dem Mann.

Gliederung des Gesamtwerkes

Vorwort des Herausgebers.

Mit dem vorliegenden Titel wollen wir die Reihe der Herausgabe jener - Wiederbelebung der Religionswissenschaften- 1) Ih ya ulüm ad-din , des 40 Bücher umfassenden Hauptwerks Abu Hamid Muhammad al-Ghazali's eröffnen, das seit 900 Jahren zu den wichtigsten Werken der islamischen Tradition zähl und sich wie kein zweites unter den Muslimen auf der ganzen Welt größter Wertschätzung erfreut.

Für wie wichtig das in einmaliger Weise Quellen erschließende und -erhaltende, dogmatisch ebenso präzise wie gedanklich tiefgründige Meisterwerk des berühmten Gelehrten genommen zu werden verdient, zeigt sich in schöner Klarheit am Falle des bekannten Predigers und hanbalitischen Rechtsgelehrten Ibn al-Jauzi aus Baghdad, der etwa 70 Jahre nach al-Ghazli dessen Werk zunächst zwar aufs heftigste attackierte 2) , nach einiger Beschäftigung mit ihm dann aber so weit ging, selbst eine Kurzfassung davon unter dem Titel Minhaj al-qasidin 3) mit der Bemerkung herauszugeben, das Werk al-Ghazli's sei so wichtig, daß man nicht darauf verzichten könne.

1) Der Titel einer "Wiederbelebung (Hans Bauer: "Neubelebung") der ReliGionswissenschaften" ist, auch wenn er sich (vgl. "Revival of Religious Sciences") in den europäischen Sprachen als Äquivalent des arabischen Originals Ihya ulüm ad-din durchgesetzt zu haben scheint, nicht unproblematisch.

Denn abgesehen davon, daß ulüm, der Plural von ilm (Wissen), klassischerweise schon mit "Wissenschaft" (Gegenbeispiel: ilm al-ahya für "Biologie") übersetzt wird, wozu es dann keine Pluralform mehr geben könnte, charakterisiert der Begriff des Wissenschaftlichen das Werk al-Ghazali`s insofern nur verkürzt und einseitig, als es in ihm nicht zuerst um ein Denksystem, sondern eine Lebensform und Glaubenswirklichkeit geht, es sich immer wieder nicht an den Verstand allein, sondern vor allem an das Herz und andere Kräfte des Gemüts wendet. Entsprechend ist es für den Bereich islamischer Gelehrsamkeit überhaupt bezeichnend, daß beispielsweise eine Erteilung der Lehrbefugnis, ijäza (venia legendi), in besonderer Weise von der charakterlichen Eignung des Kandidaten abhängig war, da abendländisch geprägte "Wissenschaft" doch im Unpersönlichen, im positivistisch Indifferenten vermeintlicher Neutralität ihren Fund setzt, dabei hybride und gottlos wird. Obwohl sich schlichtere Formen des "Wissens ...", der "Kunde ...", von "Wissensfeldern ..." oder "Disziplinen ..." "... der Religion", "... des Glau Bens" oder "... der Frömmigkeit" zur Beschreibung jenes Unternehmens angeboten hätten, haben wir jene historisch gewachsene Kennzeichnung beibehalten, auch wenn diese in der Gefahr schwebt, jederzeit vom Erhabenen ins ausgesprochen Komische umzuschlagen, wie es beim Ausdruck "Wissenschaften der Mystik" (S. 69) der Fall ist, wo die Bedeutung des griechischen "myo" ("ich schließe (die Augen)") ja eine Metapher begründet, die gerade für die Unterlassung von Erkenntnis steht, einer solchen jedenfalls, auf die (abendländische) Wissenschaft zielt.

2) Eine der Quellen des Argwohns war gewesen, daß Imam Ghazali, in seinem Werk nicht jedes einzelne der von ihm erwähnten Hadithe nachgewiesen hatte, ein Mangel, dem durch die grundlegende Arbeit des Hadithgelehrten al-Hafiz al-Iraqi abgeholfen wurde, in deren Verlauf sich jenes Mißtrauen als völlig unberechtigt erwies. 3) Dieses Werk wurde später von dem hanbalitischen Rechtsgelehrten Ibn
Qudama al-Maqdisi aus Jerusalem - eine Kurzfassung der Kurzfassung - unter dem Titel Mukhtaschar minhaj al-qasidinn veröffentlicht.

Das Buch der Ehe oder genauer das Buch des rechten Benehmens in, gegen Ende des fünften Jahrhunderts der Ehe (kitab adabi n-nikah der Hijra, also vor rund neunhundert Jahren verfaßt, vereinigt die wichtigsten Auskünfte der Tradition zu Fragen der Ehe und ist, wie damals so auch heute, ein unverzichtbarer Grundtext, Klassiker islamkundlichen Wissens. In ihm wird in wunderbarer Klarheit deutlich, was unser Schöpfer, der uns liebt und nach uns sieht, von uns wüscht, sofern wir Mann und Frau sind.

Was uns heute mit Blick auf eine blaßgesichtige Moderne im vorliegenden Text sicher auffallen, erschrecken oder beglücken wird, ist neben dem offenen Bekenntnis zur Wichtigkeit der Ausübung des Geschlechtlichen, ja deren Gesegnetheit 4) - daß der Prophet mit besonderer Manneskraft begabt war, wird anhand beeindruckender Beispiele mit schönem Stolz erwähnt -, eine glasklare Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau, deren Striktheit als ein Ausdruck göttlicher Weisheit angesichts dessen gesehen werden kann, daß Mann und Frau eben vollblütige herrliche Wesen sind, zwischen denen es jederzeit blitzen und donnern kann, wovon heftigste Ehekrache im Haushalt des Propheten in erfrischender Weise Zeugnis geben.

4) Wie sehr sich christliche und muslimische Sichtweise hier unterscheiden, läßt Charles Le Gai Eaton (Der Islam und die Bestimmung des Menschen, Köln 1987, S. 95 ff.) deutlich hervortreten, wenn er dem Verdikt Thomas von Aquins, die Ehe werde ohne eine Beimischung des Fleischlichen (sinee) "heiliger", das Wort des spanischen Mystikers und Philosophen Ibn Arabi entgegenstellt: "Die intensivste und vollkommenste Kontemplation Gottes wird uns durch die Frauen zuteil, und die leidenschaftlichste Vereinigung ist der eheliche Akt". Während Papst Johannes Paul II. von den "Übeln der Lust" selbst in der Ehe gesprochen habe, so Le Gai Eaton, bemerke ein zeitgenössischer muslimischer Autor (er meint Sheikh Nazim Efendi) ganz nebenbei: "Wenn zwei Menschen in der Hochzeitsnacht zusammenkommen, vergibt ihnen Allah alle ihre vorhergegangenen Sünden, so sehr liebt Er die Ehe." Der Prophet habe gesagt, Ehe sei "die halbe Religion", und seine Geführten mit der Bemerkung in Erstaunen gesetzt, es gebe im Himmel eine Belohnung für jeden Akt der Vereinigung zwischen einem Mann und seiner Frau. Bei anderer Gelegenheit habe er gesagt: "Wenn Ehemann und Ehefrau einander die Hände halten, entweichen ihre Sünden durch die Fingerspitzen ..." (dort, S. 96).

Es wird, ob es uns paßt oder nicht, genau das gesagt, was unter dem Prinzip des Göttlichen Gesetzes - eines unschätzbaren Schatzes! - gut ist und wahr und schön. Ein großer Irrtum wäre es, zu glauben, es könnte uns mit Blick auf es auch nur erlaubt sein, überhaupt zu meinen und zu klügeln, da es nicht darauf ankommt, was wir vom Gesetze halten mögen, sondern nur, ob wir bereit sind, uns an es zu halten.

Das B u c h d e r E h e war in der von Hans Bauer besorgten Übersetzung bei Max Niemeyer, Halle 1917, als zweites einer Reihe dreier Bücher aus dem Hauptwerk Al-Ghazali's in Übersetzungen desselben Übersetzers unter dem Gesamttitel einer "Islamischen Ethik - 5) erschienen. Da uns das gediegene Deutsch des Übersetzers und auch seine hilfreiche Kommentierung sehr gut gefielen, entschlossen wir uns, diese Arbeit zur Grundlage einer neuen Ausgabe zu machen, zumal der Text auf Anfrage vom Verlag als urheberrechtlich gemeinfrei 6) qualifiziert worden war.

Sofern der Übersetzer den arabischen Text an einer ganzen Zahl von Stellen indes, statt ihn ins Deutsche zu übertragen - ein Reflex jener Offenheit der muslimischen Sprache in diesen Dingen, der als Indiz der Verklemmtheit eines viktorianischen Zeitgeistes belächelt oder als schöne Form der Zurückhaltung dem Intimen gegenüber gelobt werden kann -, in die lateinische Sprache übersetzt hatte, war die Frage gewesen, was tun? Einerseits

galt es, die alte Übersetzung in ihrem Charakter zu bewahren, zu dem auch der gelegentliche Wechsel ins Lateinische gehört, zum anderen sollte der Text von jedermann gelesen und verstanden werden können, da heute nur eine Minderheit des Lateinischen mächtig ist. Wir haben die Sache so entschieden, daß alle im Haupttext stehenden lateinischen Passagen in Fußnoten auf deutsch kommen und in Fußnoten vorkommende lateinische Phrasen in ergänzenden Klammern [...] verdeutscht werden.

Der Gesamttext der Übersetzung Hans Bauers wurde im wesentlichen 7) in ihrem Wortlaut, in Orthographie und Interpunktion beibehalten.

Das vom Übersetzer benutzte Transliterationsystem arabischer Wörter aber, das mit einer Ausnahme 8) dem heutigen der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft entspricht, wurde durch das in unserem Hause gepflegte englische System ersetzt, für dessen Verwendung auch im deutschen Sprachraum gute Argumente sprechen, die an anderer Stelle 9) ausführlich dargelegt worden sind.

5) Die beiden anderen sind: Über Intention, reine Absicht und Wahrhaftigkeit (das

37. Buch von Al-Ghazli's Hauptwerk), Halle 1916, und Erlaubtes und verbote-(das 14. Buch von Al-Ghazali's Hauptwerk), Halle 1922.

6) Hatte sich diese Auskunft als Irrtum erwiesen, da die Rechte zur Zeit noch vom Olms Verlag Hildesheim gehalten werden, so wurde diese Ausgabe durch hilfreiche Vermittlung der Rechtsabteilung des Max Niemeyer Verlages und dem freundlichen Entgegenkommen des Hauses Olms möglich, wofür an dieser Stelle beiden herzlich gedankt sei.

7) In seiner Einleitung hatte der Übersetzer den Koran an einer Stelle mit einem wirklich unqualifizierten, herabsetzenden Prädikat versehen, welcher Ausdruck in der Überzeugung ersatzlos getilgt wurde, daß Hans Bauer selbst dies heute nur wünschen würde. - Vgl. auch unten, S. 84, Anm. 1.

3) Das als jim sehr verbreitete ãjÒ wurde von ihm zur Kennzeichnung des ya benutzt, was heute große Verwirrung stiften muß.

8) Vgl.: "Dem englischen System gaben wir nach längerer Überlegung schließlich vor allem seiner größeren Einfachheit wegen, aber auch deshalb den Vorzug, weil es der Phonetik der Buchstaben im Deutschen überraschenderweise viel näherkommt als jenes Kunstprodukt deutsch-morgenländischer Gelehrsamkeit, es zudem auf der ganzen Welt (vgl. die Encyclopaedia of Islam, Leiden 1954 ff.) verbreitet ist." (Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Kandern

1999, Vorwort des Verlages, S. 19)

9) Daß die vom Übersetzer gewählten Ausdrücke des Respektes, z. B. "Gottse-Liger oder -Gottgebenedeiter-, aus unserer Sicht sicher auch eine Schönheit und besonderen Charme haben (vgl. die Bemerkung H. Bauers dazu, sollte nicht unerwähnt bleiben. S. 16) Ferner wurden alle Quellenangaben der Koran-Zitate überprüft und der heute üblichen Zählweise angepaßt.

Ein Wort zu den salawat: Unter Muslimen gilt es als respektlos, den Namen des Propheten, der Friede sei auf ihm, zu erwähnen, ohne einen Lobpreis, salawat, wie - Allah segne ihn und schenke ihm Heil -, sallallahu alaihi wa sallam. Bei der Neuherausgabe dieses Werks abendländischer Gelehrsamkeit wurde von einer nachträglichen Einfügung ntsprechender Eulogien 1) aber abgesehen, zumal der muslimische Leser, so Gott will, bei der Erwähnung des Propheten, auf dem

Gottes Segen ruhe, oder eines seiner Gefährten, Allah sei zufrieden mit ihnen allen, ohnehin von sich aus einen entsprechenden Lobpreis anfügen wird.

Wa min allah at-taufiq. Kandern im Schwarzwald, den 10. Mu»arram 1426 Salim Spohr

ISBN: 3927606480; Format: ca. 15 x 22 cm; Qualität: kartoniert; Seitenzahl: 174; Erscheinungsjahr: 2005

 

 

 

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