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Die Träume des Kalifen. Träume und ihre Deutung in der islamisch

This book is written in Deutsch
Die Träume des Kalifen. Träume und ihre Deutung in der islamisch

Wenn der Kalif al-Mamun träumte, so tat er das bisweilen auf recht deftige Weise: Einmal - so wird erzählt - träumte er, er befinde sich im Pavillon Abrahams, mitten im Heiligtum zu Mekka. Dort gehe er zunächst in den vorderen Teil des Pavillons und uriniere in dessen...

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Publisher: Beck Verlag
ISBN-13: 978-3-40-644056-4
Pages: 406
Publication Date: 1998
Dimensions: 15 cm x 22.8 cm
Weight: 707 g
Book Type: Hardcover

Wenn der Kalif al-Mamun träumte, so tat er das bisweilen auf recht deftige Weise: Einmal - so wird erzählt - träumte er, er befinde sich im Pavillon Abrahams, mitten im Heiligtum zu Mekka. Dort gehe er zunächst in den vorderen Teil des Pavillons und uriniere in dessen beide Ecken; dann gehe er hinaus und verrichte sein Geschäft an den beiden Ecken des hinteren Teils; schliesslich erwachte er und schämte sich sehr. Wie überrascht war er freilich, als ihm der berühmte Traumdeuter Ibn Sirin erklärte, die vier Ecken des Heiligtums seien vier Söhne, mit denen der Kalif in den kommenden Jahren gesegnet werde, und zwei davon würden ihm dereinst sogar auf dem Thron nachfolgen! Der Traum - und seine Deutung - spielt in allen islamischen Kulturen eine ganz besondere Rolle. Seit frühester Zeit wurde er als Belehrung über diesseitige wie jenseitige Aspekte des Lebens verstanden. Die Traumdeutungsbücher, die dabei noch heute zu Rate gezogen werden, widmen sich denn auch allen erdenklichen Fragen des rechten wie des falschen Schlafens bzw. Träumens und bieten auf ihre Weise Antworten an: Der Traum eines Betrunkenen, zum Beispiel, sei ebenso unwahr wie der einer menstruierenden Frau; Vierfüßer und Vögel sprächen im Traum stets die Wahrheit - nicht jedoch der Frosch, der eine Inkarnation des Satans sei oder, ebenfalls schlimm, "eine Frau, die freche Antworten gibt"; falle man im Traum in eine Latrine, so werde man bald viel Geld finden; fielen einem dagegen im Traum alle Zähne aus, so könne das dahingehend gedeutet werden, dass sämtliche Verwandten vor einem stürben (woraufhin der Traumdeuter meist beschimpft werde), andererseits auch dahingehend, dass er seine sämtlichen Verwandten überlebe (was dem Traumdeuter meist eine großzügige Belohnung einbringe) Annemarie Schimmel hat über Jahre Hunderte von Träumen und ihre Deutung aus der ganzen islamischen Welt gesammelt und ein umfassendes Nachschlagewerk daraus gemacht: einen schier unerschöpflichen Fundus anekdoten- und bildhafter Weltweisheiten, von dem wir "moderne Menschen" meistens nur noch im Schlafe eine Ahnung bekommen.

Inhaltsverzeichnis:

  Vorwort

Erster Teil

1. Einstimmung
2. Träume im Koran, Träume des Propheten
3. Zur Entwicklung der Traumdeutung
4. Was ist ein Traum?

Zweiter Teil

1. Schlaf und Traum
2. Arten der Träume
Bezeichnungen der Träume
3. Wie kann man zu wahren, guten Träumen kommen?
Die istichâra – Form der Zunkunftserforschung
Zeit des Traumes und der Traumerfüllung
4. Wer kann wahrträumen?
5. Wer schickt die Träume?
er Traum als konkretes Wesen
6. Traumdeuter und Traumdeutung
Die alten Traumdeuter: Schiqq und Satih
7. Umgang zwischen Träumer und Traumdeuter
8. Arten der Traumauslegung
Interpretation aus Zahlenwerten oder Buchstaben
Träume, die die verbleibende Lebenszeit anzeigen
Aufklärung von Diebstahl
9. Gärten, Bäume und Blumen im Traum
10. Feuer und Wasser
11. Sonne, Mond und Stern
12. Lebensmittel
13. Tiere im Traum
14. Der Mensch im Traum
15. Beispiele moderner türkischer Traumdeutung

Dritter Teil

1. Der Traum als Substitut für die Wirklichkeit
2. Träume als Vorwand oder Ausrede
3. Sichtbare Zeichen nach einem Traum
4. Wenn mehrerer das gleiche träumen
Gleichzeitigkeit von Traum und Ereignis
5. Dreifache Traumwiederholungen
Träume dreier Personen
6. Durch Träume lernen
7. Inspiration zu neuen Werken
8. Bekehrung durch einen Traum
9. Gesundheit und Krankheit
10. Träume als Folge falscher Ernährung

Vierter Teil

1. Frauen und Träume
„Die Braut des Gartens“
2. Positive Träume von Frauen
3. Vorgeburtliche Weissagung

Fünfter Teil

1. Religöse Themen
2. Der Koran im Traum
3. Träume von Gott
4. Der Teufel (Iblis) im Traum

Sechster Teil

1. Was träumen Sufis?
2. Träume der verschiedenen Sufis-Orden
3. Träume zweier Bagdader Sufis: Schibli und Halladsch
4. Die Träume asch-Scharanis

Siebenter Teil

1. Die Vorbereitung auf Jenseits
Träume von Paradies und Freude
2. Todeswarnungen und Gespräche mit Verstorbenen
3. Interaktion der Toten und Lebenden
Friedhöfe und Gräber
4. Belehrung und Information
5. Nachtodliche Erfahrungen
6. Ratschläge der Verstorbenen im Traum
7. Posthume Rehabilitierung

Achter Teil

1. Die Schau der Propheten im Traum
Wie erblickt man den Propheten?
2. Nabulusis Interpreation
3. Häufigkeit der Prophetenträume
Zeichen der Anerkennung des Propheten im Traum
4. Der Prophet als Lehrer
5. Der Prophet und Familienangelegenheiten
6. Der Prophet als und der Lebensunterhalt
7. Der Prophet über rituelle und theologische Fragen
8. Der Prophet als Buchkritiker
9. Die Nachkommen des Propheten im Traum
Die Tragödie von Kerbela
Traumerscheinungen von Hasan und Husain und von Zaid
10. Ali als Lehrer und geistlicher Führer
Politische Träume
11. Träume späterer iranischer Denker
12. Die Geschichten um Ibn al-Hanafiyya
13. Kritik an den Aliden

Neunter Teil

1. Träume in Geschichte und Politik
2. Frühislamische Geschichte
3. Träume aus der Tuluniden- und Mamlukenzeit
4. Zentralasien und Iran
der große Traum des Schah Tahmasp
5. Indische Fürsten
6. Türkei
7. Andere moderne Entwicklungen

Zehnter Teil
Literarische Spiegelungen

1. Porsa aller Art
2. Traum-Satiren
3. Über die Liebe im Traum
4. Moderne Traumlyrik
5. Träume in Dschalaladdin Rumis Werk
6. Das Leben ein Traum

Epilog

Anhang



Autorenporträt
Annemarie Schimmel, international renommierte Orientalistin, geboren 1922, lehrte zuletzt in Harvard und hat zahlreiche Publikationen zur islamischen Kultur und Geschichte vorgelegt.




ISBN: 3406440568; Format: 23 cm; Qualität: ; Seitenzahl: 406; Erscheinungsjahr: 1998



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